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Heilbronn und Friedrichshafen, 16. Oktober 2012, 22.10.2012

Plattenmaschinen ILLIG UA


Das neue UA-Kühlkonzept: Ein zentrales, an der Formstation oben angeordnetes Gebläse saugt über das Zuführungsrohr die gefilterte Kühlluft an, wie im Bild direkt vom Hallenboden neben der Maschine. Die hier dargestellte Ausbaustufe beinhaltet auch eine Absaughaube, um Ausdünstungen aus dem aufgeheizten Kunststoff gezielt abzuführen. Die neue, zentrale Zuführung der Kühlluft ist in das Maschinendesign integriert (kleines Bild).

Neue, zentrale Kühlluft-Zuführung verkürzt Kühlzeiten, erhöht Produktivität und verbessert Raumklima

Heilbronn und Friedrichshafen, 16. Oktober 2012. – Ab sofort steht für Plattenmaschinen der Baureihe UA von ILLIG ein weiteres neu entwickeltes Ausstattungsmodul zur Verfügung: die zentrale Zuführung der zur Formteilkühlung eingesetzten Kühlluft. Statt wie im bisherigen Standard aus der aufgeheizten Umgebungsluft im Oberbau der Maschine, wird die Kühlluft aus definierten, kühleren Bereichen angesaugt, etwa in Höhe des Maschinenbetts oder sogar von außerhalb der Produktionshalle. Bei wechselnden klimatischen Bedingungen in der Produktion führte die bisherige Praxis insbesondere in heißen Sommermonaten immer wieder zu Problemen bei der Prozessführung, der Produktivität und der Produktqualität. Mit der zum Patent angemeldeten neuen Kühlluft-Technik von ILLIG wird sichergestellt, dass die für das jeweilige Formteil berechnete Kühlzeit und somit die Taktzeit selbst in heißen Sommermonaten prozesssicher eingehalten werden kann. Vorteihaft wirkt sich diese zentrale Kühlluft-Zuführung nicht zuletzt auf die Absicherung einer konstant hohen Formteilqualität aus, weitgehend unbeeinflusst von klimatischen Einflüssen.

Bei Plattenformmaschinen, mit denen Materialien bis zu 10 mm Dicke verarbeitet werden, spielt das Kühlen der Formteile nach dem Umformen eine große Rolle. Gekühlt werden die Formteiloberflächen allerdings auf unterschiedliche Weise: auf der Unterseite durch das gekühlte Werkzeug und auf der Oberseite mit einem Luftstrom, erzeugt mit Kühlgebläsen. Messungen haben gezeigt, dass die im Oberbau der Maschinen angesaugte Kühlluft stets ca. 20 °C wärmer ist als die in Kopfhöhe herrschende Raumtemperatur: In Wintermonaten mit Hallentemperaturen in Kopfhöhe um die 20 °C ist die angesaugte Kühlluft ca. 40 °C warm – und in Sommermonaten mit 40 °C in Kopfhöhe hat sie rd. 60 °C. Bei besonders ungünstigen Bedingungen, beispielsweise in sehr niedrigen Produktionshallen, wurden an heißen Sommertagen sogar Kühllufttemperaturen von 65 °C bis 70 °C gemessen. Die Folge hiervon war, dass im Sommer die Kühlzeiten zwangsläufig zum Teil erheblich verlängert werden mussten und die Formteile sich nicht selten durch ungleichmäßiges Abkühlen deutlich verzogen haben.

Das gesteuerte Ansaugen von Kühlluft mit annähernd gleichmäßig niedriger Temperatur mit der neuen Technik von ILLIG führt selbst bei höheren Temperaturen in der Produktionshalle zu kürzerer Kühlzeit, dadurch zu gesicherten Taktzeiten mit besserer Reproduzierbarkeit des Kühlprozesses. Bei der Verringerung der Kühllufttemperatur um beispielsweise 20 K (20 °C statt 40 °C) wird bei der Verarbeitung von Materialien wie PS-HI, ABS, PE-HD oder auch PP eine Kühlzeitverkürzung von ca. 10 % erzielt, bei Verringerung um 40 K (20 °C statt 60 °C) sogar um etwa 25 %. Kältere Kühlluft erlaubt meist auch eine Absenkung der Werkzeugtemperatur, was die Verkürzung der Kühlzeit und damit Verkürzung der Taktzeit zusätzlich unterstützt – und eine verkürzte Taktzeit führt gleichzeitig zur Reduzierung des Energieverbrauchs der Thermoformmaschine insgesamt.

Mehrere Ausbaustufen

Das neue Kühlluftsystem von ILLIG besteht aus einem im oberen Bereich der Formstation positionierten zentralen Gebläse mit Ansaugstutzen und verstellbaren Austrittsstutzen für die Kühlluft. Eine UA 100g beispielsweise hat insgesamt sechs Luftaustritte mit je einer pneumatisch betätigten Luftklappe zum Ein- und Ausschalten der Kühlluft. Die Konfiguration der Kühlluft-Austrittstutzen ist in der Maschinensteuerung speicherbar.

Verfügbar ist die zentrale Kühlluftversorgung in unterschiedlicher Ausbaustufe. Das beginnt mit der Vorbereitung für eine kundenseitig geplante Zuführung der Kühlluft zum Gebläse. Die Komplettlösung beinhaltet beispielsweise das maschinennahe Ansaugen der Kühlluft in einer Höhe von etwa 50 cm über dem Hallenboden, inklusive ansaugseitigem Luftschalldämpfer, Filter und Verschmutzungswächter zur Signalisierung des Filterwechsels. Verfügbar ist auch ein Frequenzumrichter, einschließlich Regelung der Kühlluftmenge in Abhängigkeit von der Anzahl der angewählten Austrittstutzen.

Die neue, zentrale Zuführung der Kühlluft gibt es auch mit einer Einhausung oberhalb der Formstation mit integriertem Stutzen zum Anschluss einer kundenseitigen Absaugung. Auf diese Weise lassen sich die Ausdünstungen, die beim Aufheizen des Halbzeugs entstehen, kontrolliert abführen. Das trägt – zusätzlich zum stabilen Formprozess – zur Verbesserung des Raumklimas in der Produktionshalle bei.

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